Fusion auf Augenhöhe: VR-Bank Werra-Meißner eG und Volksbank Mitte eG wollen zusammengehen

Die VR-Bank Werra-Meißner eG (Eschwege) und die Volksbank Mitte eG (Duderstadt) wollen zur VR-Bank Mitte eG fusionieren. Das haben die Vorstände und die Aufsichtsratsvorsitzenden der beiden Genossenschaftsbanken in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Heiligenstadt bekanntgegeben.

Man habe bewusst diesen Ort gewählt, so der Aufsichtsratsvorsitzende Hartwig Magerhans von der Volksbank Mitte eG, weil in Heiligenstadt beide Häuser Filialen unterhalten und sich hier die Geschäftsgebiete überschneiden.

Eine Bündelung der Kräfte sei, davon zeigten sich die Vertreter beider Häuser überzeugt, die richtige strategische Antwort auf aktuelle und künftige Herausforderungen: Die anhaltende Niedrigzinsphase,  weiter steigende aufsichtsrechtliche Anforderungen, der demografische Wandel sowie die Nutzung von Chancen im Rahmen der Digitalisierung aber insbesondere das sich ändernde Kundenverhalten und die steigenden Kundenansprüche müssen gemeistert werden.

Nachdem die 488 Mitarbeiter informiert wurden, werden in den nächsten Wochen Gespräche mit den Mitgliedervertretern stattfinden. Denn die Mitglieder der Vertreterversammlungen sollen im August über die geplante Fusion in getrennten Versammlungen abstimmen. Der Zusammenschluss beider Banken soll zum 1.1.2019 erfolgen.

v.l.n.r.: Vorstand der Volksbank Mitte eG Björn Henkel, Vorstand der VR-Bank Werra-Meißner eG Uwe Linnenkohl, Vorstand der Volksbank Mitte eG Rolf Döring, Aufsichtsratsvorsitzender der VR-Bank Werra-Meißner eG Erich Klebe, Vorstand der VR-Bank Werra-Meißner eG Bettina Maschke, Aufsichtsratsmitglied der VR-Bank Werra-Meißner eG Thorsten Zindel, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Mitte eG Hartwig Magerhans, Aufsichtsratsmitglied der Volksbank Mitte eG Eckart Lintzel, Vorstandssprecher der Volksbank Mitte eG Holger Willuhn

„Die geschäftspolitische Ausrichtung der zwei Häuser ist ähnlich, beide stehen auf wirtschaftlich gesundem Fundament“ sagte Holger Willuhn, Vorstandsmitglied der Volksbank Mitte eG. „Man habe sich während eines großen gemeinsamen IT-Projektes im letzten Jahr kennen- und schätzengelernt. Es handelt sich um eine Fusion von zwei erfolgreichen Partnern aus einer Position der Stärke und auf Augenhöhe. Nach vielen Gesprächen hat sich die VR-Bank Werra-Meißner eG bzw. die Volksbank Mitte eG als idealer Partner erwiesen.“

„Die Verhandlungen haben in einer sehr offenen und lösungsorientierten Art und Weise stattgefunden, so dass wir unseren Vertretern und Mitliedern guten Gewissens die Fusion empfehlen können“ ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzende Erich Klebe von der VR-Bank Werra-Meißner eG.

„Im Mittelpunkt stehen die steigenden Kundenanforderungen an eine moderne Bank“ betonte Bettina Maschke von der VR-Bank Werra-Meißner. „Gemeinsam wird es uns leichter fallen, das zu bewahren, was beide Kreditinstitute auszeichnet – die Kundennähe. Es gilt diese mit noch individuelleren Angeboten und Beratungsleistungen weiter zu entwickeln und die dafür nötigen technischen Innovationen zügig umzusetzen. Beide Genossenschaftsbanken werden als leistungsstarke und verlässliche Partner der regionalen Wirtschaft, der Landwirtschaft und der Privatkunden wahrgenommen.“ Björn Henkel (VB Mitte eG) ergänzt: „ Nähe ist heute nicht mehr primär eine Frage von Kilometern sondern von gelebten Beziehungen und Vertrauen. Dabei gilt es, speziell in unserem gemeinsamen Geschäftsgebiet, sich dem demografischen Wandel und dem Wettbewerb um Kunden zu stellen. Deshalb bleibt die bisherige dezentrale Struktur beider Banken erhalten.“

Die gemeinsame Bank zählt aktuell 33 Filialen in ihrem Geschäftsgebiet.

„Für die Mitarbeiter entsteht durch das größere Haus mit einer konsolidierten Bilanzsumme von ca. 2,3 Mrd. Euro ein attraktiver Arbeitgeber, der interessante berufliche Entwicklungsperspektiven und Spezialisierungsmöglichkeiten bietet.“, ist Rolf Döring (VB Mitte eG) überzeugt. Die geplante Verschmelzung ist nicht in erster Linie kostengetrieben, führt er weiter aus. Sowohl die Volksbank Mitte eG als auch die VR-Bank Werra-Meißner eG sind aufgrund bereits erfolgter oder kurz vor der Umsetzung stehender Aktivitäten kostenmäßig so aufgestellt, dass ein substantieller Personalabbau  weder vorgesehen noch notwendig ist. Vorstand Uwe Linnenkohl (VR-Bank Werra-Meißner eG) betont, dass „in einem Haus dieser Größe die natürliche Fluktuation vollkommen ausreichen wird, um die selbstgesteckten Kostenziele zu erreichen. Der Fokus liege im Gegenteil mehr darauf, in die Mitarbeiter zu investieren, um sie für die dynamischen Veränderungen bestens vorzubereiten und dann mögliche und gegebene Ertragspotentiale zu heben.“

Der Aufsichtsrat der gemeinsamen Bank wird aus 22 Mitgliedern (aktuell 22 und 13) bestehen, die paritätisch aus beiden Häusern gestellt werden, erläuterten die Aufsichtsratsvorsitzenden Hartwig Magerhans und Erich Klebe unisono.

Die übernehmende Bank wird die VR-Bank Werra-Meißner sein. Juristischer Sitz und  Sitz des Vorstandes der VR-Bank Mitte eG wird Duderstadt sein. Neben Duderstadt wird Witzenhausen als zweiter Hauptstandort ausgebaut. In den Vorstand sollen die 5 aktuell amtierenden Vorstandsmitglieder einziehen, wobei eine Reduzierung auf 3 Vorstandsmitglieder in den nächsten Jahren angestrebt wird.

Vorläufige Zahlen zum 31.12.2017

  VR-Bank Werra-Meißner eG Volksbank Mitte eG *
Bilanzsumme in Mio. EUR 1.163 1.142
Mitglieder 20.000 30.464
Mitarbeiter (einschl. Azubi) 233 255
Filialen 11 + 2 SB 22 + 12 SB
Kundeneinlagen in Mio. EUR 627 956
Kundenkredite in Mio. EUR 547 526

*Einschließlich der Zahlen der Volksbank Heiligenstadt eG, mit der die Volksbank Mitte eG zum 01.01.2018 fusioniert