Vertreterversammlung der Volksbank Mitte eG am 25. Juni 2015

Sieben Prozent Dividende für die Mitglieder

Zur Vertreterversammlung hatte die Volksbank Mitte eG am Donnerstagabend, 25. Juni 2015 in die „Lindenhalle“ nach Niederorschel eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Großkopf begrüßte über 200 Vertreter und Gäste. Vorstandssprecher Holger Willuhn berichtete nach der offiziellen Begrüßung über die Geschäftsentwicklung und gab einen Ausblick auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung.

Geschäftsentwicklung 2014

Die Bilanzsumme der Volksbank Mitte eG stieg zum 31.12.2014 um 2,6% oder 22,4 Mio. EUR auf 854,9 Mio. EUR. Bei den Kundeneinlagen ist ein Wachstum von rund 18 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Mitglieder und Kunden setzten vorrangig auf kurzfristige Geldanlagen, längerfristige Bindungen wurden aufgrund der Niedrigzinsphase kaum nachgefragt. Zusätzlich legen die Mitglieder und Kunden der Volksbank 413,5 Mio. EUR bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, in Lebens- und Rentenversicherungen der R+V und Fonds an. „Wir betreuen und verwalten aktuell über 1,1 Mrd. EUR an Einlagen. Dieses ist eine große Verantwortung für uns und unsere Berater, aber auch ein Zeichen für ein hohes Maß an Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden in unsere Volksbank“, so Willuhn.  

Das Kreditgeschäft hat sich 2014 leicht positiv gegenüber 2013 entwickelt. Nach einem Bestandszuwachs von 7,5 Mio. EUR beträgt das Kreditvolumen 401,3 Mio. EUR, berichtet Willuhn. In 2015 zeichnet sich ein positiver Trend bei den Kreditanfragen durch  mittelständische Betriebe ab.

Ergebnis 2014

Der Zinsüberschuss ist unsere wichtigste Ertragsquelle, erläutert Willuhn. Fast 75% unserer Gesamteinnahmen werden hierdurch erwirtschaftet. Die restlichen 25% werden durch Provisionseinnahmen abgedeckt. Der Zinsüberschuss ist mit 21,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Allerdings, so Willuhn, erwarten wir in den kommenden Jahren einen Rückgang der Zinseinnahmen. Kredite mit höheren Zinsvereinbarungen laufen aus und auch bei den eigenen Geldanlagen der Bank sinken die Zinseinnahmen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus. 

Die Personalkosten der Bank stiegen wegen der Tariferhöhungen von 12,3 Mio. EUR in 2013 auf 12,5 Mio. EUR in 2014. Die Volksbank beschäftigte zum Jahresende 2014 insgesamt 245 Mitarbeiter, davon 18 Auszubildende. Die Sachkosten beliefen sich auf 6,3 Mio. EUR.

Der Bilanzgewinn beträgt 3,1 Mio. EUR. Willuhn zeigte sich mit diesem Ergebnis zufrieden.

Eigenkapitalausstattung und Mitgliederentwicklung

Die Eigenkapitalausstattung konnte  gegenüber dem Vorjahr um 3 Mio. EUR gestärkt werden. Insgesamt summiert sich das Eigenkapital auf 79,0 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2014. Die Volksbank Mitte eG erfüllt damit bereits heute die Eigenkapitalanforderungen aus Basel III, obwohl diese erst 2019 vollumfänglich zu erfüllen sind.

Die Mitgliederzahl der Volksbank Mitte eG stieg auf 27.066. Insgesamt 991 neue Mitglieder konnten gewonnen werden. Zum Jahresende unterhielten die Eigentümer 70.041 Geschäftsanteile.

Fazit und Blick in die Zukunft

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam, so Willuhn. Deutschland ist Spitzenreiter in Europa.  „Die EZB wird mit ihrer Niedrigzinspolitik und gleichzeitiger Überschwemmung der Märkte mit Geld die Entwicklung in Deutschland und Europa maßgeblich beeinflussen. Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren keine gravierenden Änderungen im Zinsniveau geben wird.“

Die aktuelle Zinslandschaft und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Ergebnisse unserer Bank erfordern  auch von uns weitreichende geschäftspolitische Entscheidungen,  erläutert Willuhn. Konkret heißt das: „Alle Ausgaben müssen auf den Prüfstand kommen. Eine Volksbank unserer Größenordnung hat durchschnittlich 15 Filialen und nicht wie wir 35. Wir müssen uns auch in dieser Richtung Gedanken machen.  Darüber hinaus sind Investitionen in neue Techniken und die Digitalisierung erforderlich, damit wir wettbewerbsfähig bleiben. Viele Szenarien und Handlungsoptionen gehen uns aktuell durch den Kopf. Noch wissen wir nicht, was umgesetzt werden wird. Fest steht jedoch, dass wir der Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern und Kunden gerecht werden müssen, die auch in Zukunft eine leistungsfähige Volksbank Mitte eG erwarten. Wenn sich die Zeiten grundlegend ändern, müssen auch wir uns verändern.“ Willuhn schloss seinen Vortrag: „Wir müssen agieren und nicht reagieren, das heißt heute schon handeln und nicht abwarten.“

Genehmigung des Jahresabschlusses und Verwendung des Jahresüberschusses 2014

Die Vertreter genehmigten den Jahresabschluss und entlasteten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Sie stimmten dem Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinnes sowie einer Dividende in Höhe von 7% zu.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Großkopf (Katlenburg) und Aufsichtsratsmitglied Eckhard Kiel (Hammenstedt) wurden bei der diesjährigen Vertreterversammlung verabschiedet, da eine Wiederwahl aus Altersgründen nicht möglich war.

Otto Großkopf wurde 1997 in den Aufsichtsrat der ehemaligen Raiffeisen-Volksbank Northeim gewählt. Seit 2009 hatte er das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden inne und war Mitglied im Kredit-, Vorstands- und Risikoausschuss. Eckhard Kiel kann auf eine 40-jährige Tätigkeit im Aufsichtsrat zurückblicken. Aufsichtsrat und Vorstand bedankten sich bei den ausscheidenden Gremiumsmitgliedern für ihr Engagement, die gute Zusammenarbeit und des partnerschaftlichen Miteinanders bei der Arbeit im Aufsichtsrat.

Weiterhin  schieden die Aufsichtsratsmitglieder Andreas Kohlrautz (Gieboldehausen), Heribert Losert (Rollshausen), Dirk Uhlendorff (Lemshausen), Heinrich Kulle (Rittmarshausen) und Hartwig Magerhans (Göttingen) aus. Sie stellten sich für eine Wiederwahl zur Verfügung und wurden durch die Vertreterversammlung einstimmig wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

Neu in den Aufsichtsrat wurden Eckhardt Joecks (Langenholtensen) und Elmar Mönnig (Elvershausen) gewählt.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

  2014 2013
Mitglieder 27.066 26.691
Kredite (in Mio. €) 401,3 393,8
Kundeneinlagen (in Mio. €) 712,5 694,4
Bilanzsumme (in Mio. €) 854,9 832,5
Eigenkapital (in Mio. €) 79,0 76,0
Zinsüberschuss (in Mio. €) 21,5 21,2
Provisionsüberschuss (in Mio.) 7,1 7,2
Personalkosten (in Mio. €) 12,5 12,3
Sachkosten (in Mio. €) 6,3 6,2
Bilanzgewinn (in Mio. €) 3,1 3,1