Fusion zur VR-Bank Mitte eG mit großen Mehrheiten beschlossen

Vertreterversammlungen beschließen die Fusion der Volksbank Mitte eG (Duderstadt) und der VR-Bank Werra-Meißner eG (Eschwege) zur neuen VR-Bank Mitte eG.

Am Dienstag- und Mittwochabend votierten beide Vertreterversammlungen mit klaren Abstimmungsergebnissen für die gemeinsame neue Genossenschaftsbank. Damit ist der Weg frei für die Verschmelzung zum 1. Januar 2019 unter dem neuen Namen VR-Bank Mitte eG.


Hartwig Magerhans konnte als Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Mitte eG über 280 Vertreter und Gäste zur Vertreterversammlung in der Festhalle Berka (Katlenburg-Lindau) begrüßen.

Vorstandsmitglied Björn Henkel präsentierte die wichtigsten Zahlen für das Geschäftsjahr 2017. Die Bilanzsumme der Volksbank Mitte eG stieg im Vorjahresvergleich um 24 Mio. Euro auf 950 Mio. Euro. an. Die Kundeneinlagen der Volksbank Mitte eG erhöhten sich im letzten Geschäftsjahr weiter auf 795 Mio. Euro (Vorjahr: 774,4 Mio. Euro). Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen bevorzugen die Einleger weiterhin kurzfristige Anlagezeiträume, um schnell und flexibel auf steigende Zinsen reagieren zu können. Im Kreditgeschäft konnte ein Zuwachs  auf 408,4 Mio. Euro (Vorjahr: 404,9 Mio. Euro) erreicht werden. Insbesondere der Wohnungsbau sowie gewerbliche Finanzierungen waren Haupttreiber des Wachstums. Aufgrund der guten konjunkturellen Lage und der hohen Beschäftigung im Geschäftsgebiet waren überproportional hohe Sondertilgungen zu verzeichnen, die nach Henkels Worten das absolute Wachstum bei den Ausleihungen gebremst haben. Trotz des Rückgangs bei den Personal- und Sachkosten konnte der aufgrund der Niedrigzinsphase fallende Zinsüberschuss bei einem konstanten Provisionsüberschuss nur teilweise aufgefangen werden.

Der Jahresüberschuss der Volksbank Mitte eG betrug zum 31.12.2017 rund 2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,38 Mio. Euro).  „Wir blicken trotz der zahlreichen Herausforderungen auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück und können einen zufriedenstellenden Jahresüberschuss ausweisen“, bilanziert Björn Henkel zum Ende seiner Rede.

Einstimmig wurde der Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zur Zahlung einer Dividende von 5% beschlossen. Somit werden die 27.223 Mitglieder der Volksbank Mitte eG mit insgesamt 654.801 Euro direkt am geschäftlichen Erfolg beteiligt.

Bevor es zur Abstimmung über die angestrebte Fusion kam, stellte Vorstandsmitglied Rolf Döring ausführlich den Entwurf des Verschmelzungsvertrages vor. Rolf Döring richtete in seiner Rede ein klares Plädoyer für die Fusion an die Anwesenden: „Die gemeinsame Bündelung der Kräfte ist die richtige strategische Antwort auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen“. Während die anhaltende Niedrigzinsphase die Erträge schmälert, treiben immer neue aufsichtsrechtliche und gesetzliche Anforderungen die Kosten gerade für regional agierende Bankengruppen in die Höhe. Daneben erfordert die fortschreitende Digitalisierung und ein sich verändertes Kundenverhalten stetige, zeitnahe und hohe Investitionen in Weiterbildung und Technik. „Wir müssen uns als attraktiver Arbeitgeber in der Region positionieren, um den Herausforderungen der Demografie und des Fachkräftemangels erfolgreich entgegentreten zu können“, so Döring. Die Fusion erfolgt aus einer Position der Stärke beider Banken und nicht aus der Not heraus. Die Verantwortlichen in beiden Genossenschaftsbanken haben aber auch erkannt, dass die anstehenden Herausforderungen gemeinsam besser als jeweils alleine gemeistert werden können. Rolf Döring betonte, dass es zu keinen Entlassungen kommen wird, weil als ein Hauptziel der Fusion insbesondere ein verstärktes Geschäftswachstum angestrebt wird.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hartwig Magerhans verkündete nach der Abstimmung, dass die erforderliche Mehrheit der Stimmen von 75% deutlich überschritten wurde. 98,5% der Stimmberechtigten stimmten für die Fusion zur VR-Bank Mitte eG. Hartwig Magerhans bedankte sich für die breite Unterstützung des Vorhabens.
Die Vertreter der VR-Bank Werra–Meißner eG stimmten am Mittwochabend in Bad Sooden-Allendorf mit eindrucksvollen 100% für die Fusion der beiden Banken. Mit diesen beiden Beschlüssen ist der Weg für die Verschmelzung beider Banken frei und wird in 2019 rechtlich und organisatorisch umgesetzt.

Nach der rechtlichen Verschmelzung Mitte 2019 wird die dann unter dem Namen VR-Bank Mitte eG firmierende Genossenschaftsbank ihren Haupt- und Vorstandssitz in Duderstadt haben. In Witzenhausen wird es einen weiteren Verwaltungssitz geben. Mit einer Bilanzsumme von ca. 2,3 Mrd. Euro wird die Genossenschaftsbank zu den größten in Niedersachsen zählen. Getragen wird die VR-Bank Mitte eG von über 50.000 Mitgliedern. Die über 100.000 Kunden werden dann von ungefähr 450 Mitarbeitern an 32 Standorten betreut. Der Aufsichtsrat wird paritätisch aus beiden Banken mit insgesamt 22 Mitgliedern besetzt. Ab dem 1. Januar 2019 wird der Vorstand aus den bisherigen Vorstandsmitgliedern Rolf Döring, Björn Henkel, Holger Willuhn (Volksbank Mitte eG) sowie Uwe Linnenkohl und Bettina Maschke (VR-Bank Werra-Meißner eG) gebildet. Bis spätestens Ende 2021 soll der Vorstand der VR-Bank Mitte eG aus drei Mitgliedern bestehen.

„Wir im Vorstand freuen uns sehr über die eindeutigen Ergebnisse und das uns entgegengebrachte Vertrauen der Vertreter. Es ist heute nicht nur ein ganz wichtiger, sondern auch ein richtiger Schritt für die Zukunft beider Banken beschlossen worden“, so Vorstandssprecher Holger Willuhn. Im neuen Geschäftsgebiet, welches in den drei Bundesländern Niedersachsen, Thüringen und Hessen liegt, soll die Kundennähe mit noch individuelleren Angeboten und Beratungsleistungen weiter entwickelt und die dafür nötigen technischen Innovationen zügig umgesetzt werden, ergänzt Willuhn.

Neben den Regularien wurden Eckhardt Joecks (Langenholtensen) Andreas Kohlrautz (Gieboldehausen), Heinrich Kulle (Rittmarshausen), Heribert Losert (Rollshausen), Hartwig Magerhans (Göttingen-Geismar), Elmar Mönnig (Elvershausen), Dirk Uhlendorf (Lemshausen) in den Aufsichtsrat wiedergewählt. Neu wurden Hermann Ludolph (Heiligenstadt) und Daniel Iffland (Dingelstädt) als Folge der bereits erfolgten Fusion zwischen der Volksbank Mitte eG mit der Volksbank Heiligenstadt eG in das Gremium gewählt.